Der Sinn des Lebens und der Niedergang der Menschheit

Nach langer Zeit

J000000Samstag07 16, 2006 · 4 Kommentare

Börny, deine Wünsche wurde erhört. Hier ist er…..

Ode an das Leben

Nur noch ein Meter, dann ist Paul dort angekommen, wo er sich schon seit langem hin wünscht. Er braucht nur noch ein paar mal einen Fuß vor den anderen zu setzen und schon steht er vor dem Abgrund. „Vor dem Abgrund stehe ich schon ewig.“
Sein Leben bestand aus lauter Abgründen. Er wird von aller Welt gehasst – zumindest denkt er das. Er findet keinen Lebensmut mehr, alles was er tut macht keinen Sinn mehr. Warum sollte auch irgendetwas Sinn machen, wenn das Leben selbst keinen Sinn macht?
Seine Gedanken sind leer, es ist nur noch ein kleiner Gedanke übrig geblieben, nämlich der Gedanke, das Leben wegzuschmeißen.
„All die Leute, die sich nicht die Sinnfrage stellen sind doch Idioten. Sie denken nicht nach und leben einfach nur so in den Tag. Was soll das?? Scheiße.“
Es gibt wahrhaftig Menschen, die einfach nur leben, die mit 18 Abitur machen, mit Anfang 30 selbst Kinder bekommen, eine Job haben und mit 80 sterben. Wofür heben sie dann gelebt? Ja, damit beschäftigt sich die Menschheit schon seit Jahrtausenden. Griechen, Römer, Ägypter, Perser und alle anderen Völker, die das Denken einigermaßen beherrschten, dachten darüber nach. Eine Antwort konnte bisher niemand geben, auch Paul kann das nicht, aber vielleicht ist das Denken über den Sinn des Lebens schon der Sinn an sich.
Paul ist das egal. Er will nicht mehr, denn vor kurzem wurde ihm das letzte Pfündlein Hoffnung an das Leben genommen. Er steht über dem Abgrund. Sein Blick geht hinunter. Die Menschen, die Autos, selbst der kleine fahrbarere Dönerstand von gegenüber sieht aus, als wäre er aus LEGO.
„Ich werde jetzt springen. Dann werden die da unten schon merken, wie ernst es mir war.“
„Tus nicht. So beschissen kann dein Leben doch nicht aussehen, dass du es durch eine Sprung aus 55 m Höhe beenden musst?“
Paul dreht sich um, sieht aber niemanden. „Wer war das? Is da jemand?“ Nichts. Nur das Anzugsrohr der Belüftungsanlage macht sich durch ein starkes Surren bemerkbar.
„Das Leben war so ungerecht, es gibt nichts mehr was es rechtfertigt.“
„Du steckst zwar bis zum Hals in der Scheiße, aber die Aussicht is doch ganz gut. Es gibt immer Leute, denen es noch beschissener geht. Doch sie rappeln sich wieder auf, denn das Leben an sich ist schon Geschenk.“
„Wer spricht da?“ Paul ist verwirrt. Er wollte fast schon wieder von der Brüstung hinunter steigen, um nachzuschauen. „Wer ist da? Zeig dich oder ich springe. Das mein ich im Ernst.“
„Nur Feiglinge springen.“
„Dann bin ich eben ein Feigling.“
Paul wollte aber eigentlich kein Feigling sein. Wenn ihn früher jemand Feigling nannte, dann bekam derjenige etwas aufs Maul.
„Wer hat denn was davon, wenn du springst? Es wird einen großen Fleck auf der Straße geben, ein paar neugierige Passanten werden deinen aufgeplatzten Körper begutachten und 2 Tage später werden deine Überreste in eine 2m x 0.5 m breite, unterirdische Wohngemeinschaft geschafft, wo du dann dein Tot-Sein verbringen kannst. Ein paar Blumen und der Priester gibt dir einen Segen, mit dem du nun auch nichts mehr anfangen kannst.“
Paul beginnt nachzudenken. Er denkt an seine Familie. An seine Eltern. „Soll ich ihnen das antun?“
„Das haben deine Eltern nicht verdient, auch wenn es vielleicht Streit gab. Sie haben dich in diese Welt gesetzt und du wirst auch wieder Kinder in die Welt setzten, die sich vielleicht auch wieder die Sinnfrage stellen werden.“
„Ich will doch gar keine Kinder.“
„Das kannst du jetzt noch nicht wissen. Wenn du Kinder hast, dann wirst du nicht mehr hassen können.“
Paul macht einen Schritt. Er geht aber zurück. Weg von der Brüstung. Der Wind bläst ihm durchs Haar und die Sonne strahlt ihm ins Gesicht. „So schlimm ist die Welt doch gar nicht.“
Es muss ja auch nicht alles immer einen Sinn machen. Wenn der Sinn des Lebens gefunden werden würde, wäre es eigentlich viel schlimmer. Das wäre eigentlich ein Grund Selbstmord zu begehen, denn dann kann man nach nichts mehr suchen.
Auf dem Nachhauseweg kauft sich Paul einen Döner und schaut hoch zur Brüstung. „Das ist ein weiter Weg nach unten. Vielleicht sollte ich lieber mal einen Weg nach oben finden.“

 

 P.S.: Die schlimmste Zeit ist oft die kreativste Zeit, Mätti.

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And the Oscar goes to …

J000000Montag07 16, 2006 · 1 Kommentar

Gestern wars wieder mal so weit. Die 79. Oscarverleihung fand gestern nacht in Hollywood statt. Roter Teppich, viele Kameras, viel Stars und solche, die sich dafür halten… blablabla…

Hier erst mal eine kleine Übersicht, wer denn nun alles so eine kleine golden Statue bekommen hat, mit der man übrigens leicht jemanden erschlagen könnte oder die man sich auch leicht sonst wo hin stecken kann …… ich hoff jetzt ma, dass es nie zu einer „schwulen“ Oscarverleihung kommt, denn dann wird der Preisträger wahrscheinlich Vaseline kostenlos zum Oscar dazu bekommen…. ich scheife ab… nun also, ohne viel unötige Worte, die LISTE:

Bester Film

präsentiert von Diane Keaton und Jack Nicholson

Departed – Unter Feinden (The Departed)Graham King

Beste Regie

präsentiert von Steven Spielberg, George Lucas und Francis Ford Coppola

Martin ScorseseDeparted – Unter Feinden (The Departed)

Bester Hauptdarsteller

präsentiert von Reese Witherspoon

Forest WhitakerDer letzte König von Schottland – In den Fängen der Macht (The Last King of Scotland)

Beste Hauptdarstellerin

präsentiert von Philip Seymour Hoffman

Helen MirrenDie Queen (The Queen)

Bester Nebendarsteller

präsentiert von Rachel Weisz

Alan ArkinLittle Miss Sunshine

Beste Nebendarstellerin

präsentiert von George Clooney

Jennifer HudsonDreamgirls

Bestes Originaldrehbuch

präsentiert von Kirsten Dunst und Tobey Maguire

Michael ArndtLittle Miss Sunshine

Bestes adaptiertes Drehbuch

präsentiert von Helen Mirren und Tom Hanks

William MonahanDeparted – Unter Feinden (The Departed)

Beste Kamera

präsentiert von Gwyneth Paltrow

Guillermo NavarroPans Labyrinth (El Laberinto del Fauno)

Bestes Szenenbild

präsentiert von Nicole Kidman und Daniel Craig

Eugenio Caballero und Pilar RevueltaPans Labyrinth (El Laberinto del Fauno)

Bestes Kostümdesign

präsentiert von Emily Blunt und Anne Hathaway

Milena CanoneroMarie Antoinette

Bester Ton

präsentiert von Jessica Biel und James McAvoy

Michael Minkler, Bob Beemer und Willie D. BurtonDreamgirls

Bester Tonschnitt

präsentiert von Steve Carell und Greg Kinnear

Alan Robert Murray und Bub AsmanLetters from Iwo Jima

Bester Schnitt

präsentiert von Kate Winslet

Thelma SchoonmakerDeparted – Unter Feinden (The Departed)

Bestes Make-up

präsentiert von Jack Black, Will Ferrell und John C. Reilly

David Martí und Montse RibéPans Labyrinth (El Laberinto del Fauno)

Beste visuelle Effekte

präsentiert von Naomi Watts und Robert Downey junior

John Knoll, Hal T. Hickel, Charles Gibson und Allen HallPirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2 (Pirates of the Caribbean: Dead Man’s Chest)

Bester Song

präsentiert von Queen Latifah und John Travolta

„I Need to Wake Up“Eine unbequeme Wahrheit, gesungen von Melissa Etheridge

Beste Filmmusik

präsentiert von Penélope Cruz und Hugh Jackman

Gustavo SantaolallaBabel

Bester Animationsfilm

präsentiert von Cameron Diaz

Happy FeetGeorge Miller

Bester animierter Kurzfilm

präsentiert von Abigail Breslin und Jaden Smith

The Danish PoetTorill Kove

Bester Kurzfilm

präsentiert von Abigail Breslin und Jaden Smith

West Bank StoryAri Sandel

Bester Dokumentarfilm

präsentiert von Jerry Seinfeld

Eine unbequeme Wahrheit (An Inconvenient Truth)Davis Guggenheim

Bester Dokumentar-Kurzfilm

präsentiert von Eva Green und Gael García Bernal

The Blood of Yingzhou District – Ruby Yang und Thomas Lennon

Bester fremdsprachiger Film

präsentiert von Cate Blanchett und Clive Owen

Das Leben der Anderen – Regie: Florian Henckel von Donnersmarck, Deutschland

Ehren-Oscars

Honorary Award [Bearbeiten]

präsentiert von Clint Eastwood

Ennio Morricone

 

Jean Hersholt Humanitarian Award

präsentiert von Tom Cruise

Sherry Lansing

Gordon E. Sawyer Award

präsentiert von Maggie Gyllenhaal

Ray Feeney



Wie man sieht hab ich natürlich den „deutschen“ Oscar hervorhehoben. Ich bin normalerweise nicht so an den Oscarverleihungen interessiert, denn ich beurteile geren selbst, welcher Film mir gefällt und welchen man gleich in die Tonne treten kann. Aber „Das Leben der Anderen“ hat den Oscar mehr als verdient, denn dieser Film ist einfach phantastisch. Das Thema an sich ist schon interessant, aber nicht gleich oscarverdächtig. Die Aufmache des Films, die Handlung, die Personen und vor allem das was-will-uns-der-Film-sagen, macht „Das Leben der Anderen“ erst zu dem was es ist, nämlich zu einem der besten Film, die jemals überhaupt auf der Welt, eben nicht nur in Deutschland, gedreht und produziert wurden.

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Was die Zeitungen uns sagen wollen

J000000Mittwoch07 16, 2006 · 1 Kommentar

Die Zeitungen in Deutschland bilden eine Domäne der Meinungskartelle. Das ist ein Folge der der Eroberung der Gesellschaft durch die politischen Parteien. Die Zeitungen mussten sich also früh schon an eine gewisse politisch Richtung anschmiegen, um das dort vertretene Wähler-/Leserpotential abzugraben und für sich zu vereinahmen. Jede Zeitung und Zitschrift hat so mit der Zeit eine gewissen „Stammleserschaft“ ausbilden können. So gibt es die Gemeinde der typschen Spiegel-Leser (kritisch, manchmal polemisch, modern, weltoffen), der FAZ-Leser (konservaiv, gepflegt, gehoben, weltorientiet), der taz-Leser (grün, alternativ, antiautoritär, multikulturell, feministisch) der Zeit-Leser (linksliberal, 68er-geprägt, pädagogisch, moralisch, beamtet, politisch korrekt). Dabei sind linke Blätter dogmatischer und unliberaler als konservative. Das liegt daran, dass Linke sich viel stärker über Meinungen, Ideologien und Programme definieren als Konservative. Da sie die Beteiligung an der Macht weitgehend über die Eroberung der Diskurse und der kulturellen Lufthoheit erzwungen haben, ist für sie die korrekte politische Linie weit wichtiger als für die Konservaiven, die ja schon über das Geld verfügen. Die korekte Linie wird über die Moralisierung von allem gesichert (gell, Mätti?;)) Deswegen neigen Linke eher zu Meinungsterror und Ketzerverfolgung. Was in linken Zeitungen steht, ist also berechenbarer als anderswo. Und eben das gilt auch für die Rezension historischer und politischer Bücher.

Will man eine halbwegs objektives Bild gewinnen, gibt es zwei Auswege: entweder man liest zwei Zeitungen- eine linke und eine recht-, oder man liest die „eigene“ Zeitung, aber mit einer sehr kritischen Einstellung.

→ 1 KommentarKategorien: politisches Blablabla

Bitte, nach dir!!!

J000000Dienstag07 16, 2006 · Kommentar schreiben

Ja, ja, Mätti, du hast dich also gewundert, warum ich noch nichts über den gestrigen Theaterbesuch geschrieben habe. Ich könnte jetzt natürlich behaupten, dass ich, ganz Gentleman, dir den Vortrit lassen wollte, aber das wäre gelogen. Ich hatte einfach nicht die Zeit dafür und außerdem hab ich nicht daran gedacht, darüber einen Blogeintrag zu schreiben.

Jetzt nochmal eine detailierte Inhaltsangabe über „Goldberg-Variationen“ von G. Tabori zu verfassen, macht wenig Sinn, das hat der Mätti, wie ich finde, schon super gemacht.

Ich möchte nur noch auf einen kleinen Punkt eingehen, denn der Mätti nicht erwähnt hat. Es geht um die Tragik in diesem Stück. Komödie ist immer eine Art von Tragödie, so auch in diesem Stück. Tabori, der selbst Jude ist und seine Eltern in Auschwitz verloren hat, weißt in dem Stück unterschwellig, aber dennoch sehr drängend auf das Dilemma des jüdischen Volkes hin. Es ist das auserwählte Volk und wird deshalb von aller Welt gehasst, obwohl die Juden damals am Fuße des Berges im Sinai nicht gefragt wurden, ob sie nun das auserwählte Volk sein wollen oder nicht.

Es wird auch darauf hingewiesen, dass es nicht nur ein „Glück“ ist das auserwählte Volk zu sein, es ist vielmehr ein Joch mit 613 Ge- und Verboten (ua keine Schweinerippchen und kein Rammeln mit der Schwester oder der Verlobten der Schwester(?)). Überdies wird immer wieder in dem Zusammenhang von „verbrennen“ gesprochen, was das bedeutet dürfte wohl jedem klar sein.

I ch kann mich auch des Weiterem nur Mättianschließen und dieses Theaterstück allen nur wärmstens empfehlen. Man sollte aber schon etwas Humor haben und für Leute mit schwachen Nerven oder einer sehr strikten Moralvorstellung ist das allerdigs nichts.

Hier noch ein paar Zitate:

Moses zu Aaron:“Magst du Schweinerippchen?“ „Natürlich, aber das weißt du doch.“ „Tja, damit ist es jetzt vorbei.“

Moses zählt gerade sämtliche nicht zulässigen Sexkombinationen auf (nicht mit der Schwester, nicht mit der Mutter usw.). Aaron: „Was belibt dann eigentlich noch übrig!?“

„Nietzsche ist tot. Gott“

„Gott ist tot. Nietzsche.“

Goldberg, in der Rolle des gekreuzigten Jesus, wird mit der Lanze in die Seite gestochen. Mr. J: „Und? Tuts weh?“ Goldberg: „Nur wenn ich lache.“

Mr J berät sich mit der Chfin der Requisite Ernestina vaan Veen über die Kreuzigungsszene; van Veen: „Das Blut sackt dann in die Beine und der Gekreuzigte wird nach 6-7 Minuten ohnmächtig.“ Mr J.: „Die Zuschauer kommen durch viele gefährliche Sandstürme hier her, um eine großes Spektakel mit zu erleben und um nicht eine 6-Minuten-Show zu sehn.“

Frau Mopp wurde von Jahwe entjungfert. Frau Mopp erzählt über ihr Erlebnis: „Da fragte ich ihn, wie er denn heißt.“ ER: „Jahwe.“ Frau Mopp: „ja, Weh tuts mir auch, aber wie heißt du?“

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RAF: Ich möchte jetzt nicht …

J000000Montag07 16, 2006 · 3 Kommentare

… so viel Worte über die Entlassung von der Mohnhaupt verlieren. Worüber ich heute mawieder schreiben will ist etwas viel grundsätzlicheres, denn Menschen können ausgetauscht werden und Brigitte Mohnhaupt ist sicher nicht DIE RAF, sie war nur ein kleines Zahnrad in dieser Terrormaschine, die in ihrem Aufbau so komplex, dass man sich heute noch nicht ganz schlüssig ist, wie sie ganz genau funktionierte. Ich werde mir jetzt nich anmaßen mich als Experten auf dem Gebiet der RAF zu bezeichnen, dafür kann man sich in einschlägiger Literatur oder in Mossis Facharbeit weiterbilden.

Ich will mich mit einem kleinen Detail der RAF beschäftigen, dass zwar wesentlich ist, aber öfters bagatellisiert wird und nicht so ganz BEachtung findet, es ist auch viel mehr ein kleiner weitere Kunstfehler in diesem komplexen Apparat der RAF. Die RAF war, wie jeder weiß, gegen fast alles. Sie waren gegen die Regierung (Kissinger, Brandt, Schmidt und Kohl), gegen alle Rechtsgrundlagen, sie waren gegen den Frieden und sie waren höchstwahrscheinlich auch gegen die Rolling Stones, denn die waren schon zu der Zeit vieeeel zu komerziell, sie waren gegen so viele Sachen, sie hatten für so viele Dinge nur Verachtung übrig, wobei sie ganz vergaßen, wofür sie eigentlich sind. Diese Frage stelle ich mir ganz konkret, FÜR was war die RAF? Contra ist leicht, solange man einen Feind hat, gegen den man kämpfen kan, aber was dann? Ähnliche Probleme hatten auch andere historische Organistationen (zB die Antifa im 2. Weltkrieg). Wenn der Feind weg ist, dann ist es schwer, besser gesagt, fast unmöglich sich noch über Wasser zu halten.

Ich habe ja die Vermutung, dass die RAF genau wusste, dass ihr Kampf aussichtslos ist und sie sich deshalb kein Programm gemacht hat, wo sie genau Stellung beziehen für was sie nun sind. Dieses Problem Contra gegen Pro, ist ein Sachverhalt, der sich uns fast täglich stellt. Es ist leicht zu hassen, aber es ist verdammt schwer zu lieben. Auf die Dauer verliert man seine Gleubwürdigkeit, wenn man nur gegen alles ist und dabei kein „Ersatzprogramm“ vorweisen kann.

Um nochmal auf die RAF zurück zu kommen: Es ist ja unbestritten, dass sie eine terroristische, menschenverachtende, mordende Organisation war. Achja, ob es nun politische Morde waren oder nicht, ist vollkommen gleich, der Endeffekt ist derselbe. Wenn man da Unterschiede machen würde, dann könte man sowas auf die Spitze treiben und sagen, dass der Mord eines Nazis an einem Schwarze, Türken oder Juden auch ein politischer Mord ist und dass man ihn nicht als gemeinen, hinterhältigen Mörder sieht, der er eigentlich ist.  Die RAF war ein dunkles Kapitel in der deutschen Geschichte und wir sind froh, dass es heutzutage, zumindest in Deutschland, nicht mehr Tag für Tag irgendwelche Sprengstoffanschläge und Entführungen gibt, die von langer Hand geplant sind und meistens mit dem Tod von Unbeteiligten enden, die zufälligerweise zur falschen Zeit am falschen Platz waren.  Aber wir brauchen ja nur in den Irak oder in den Libanon zu schauen. DAS ist Terror!!! Und ich bin froh, dass ich soetwas nicht in meiner unmittelbaren Umgebung mit erleben muss. Denjenigen, sie Terror, RAF und so toll finden, sollen doch einfach in solche Länder fahren und mit den Leuten dort reden (Arabisch lernen ist dafür sehr wichtig!!!). Diese Leute führen ein Leben in Angst und Schrecken, sie können ihre Kinder nicht mehr auf die Schule schicken, selbst der Weg zum Fußballplatz ist ein Spiel mit dem eigenen Leben. Diese ganze Scheiße dann nur, weil sich zwei Gruppen (Terroristen und Regierung) bekriegen müssen und um die Macht im Statt zu kämpfen. Unterscheiden können sie sich eh nicht mehr, denn wer Terrorist und wer Regierung nun ist, liegt immer im Auge des Betrachters….

P.S.: Ich glaube die Frage erübrigt sich, ob ich nun für die Entlassung von B. Mohnhaupt bin oder nicht.

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Die Briten halt

J000000Mittwoch07 16, 2006 · Kommentar schreiben

Dieses Lied steht seit neuestem auf Platz 1 in England. Es soll, laut Mika (der Typ ders gsungen hat), ein kleine Verarsche auf all die Musikproduzenten und die, die sich als solche sehen, sein.

Meiner Meinung nach, hört sich Mika sehr nach Freddie Mercury an. Ob er auch schwul ist, weiß ich nicht, Mätti. ;)

http://www.youtube.com/watch?v=uzA0nG_PurQ


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Kultur ist nicht alles, aber ohne Kultur ist alles nichts

J000000Montag07 16, 2006 · 2 Kommentare

Ist kulturelles Leben noch wichti heute? Brauchen wir überhaupt noch Aufführung von Stücken, die vielleicht vor 10, 200 Jahren noch aktuell waren?

Ich weiß, das ist kein typischer Beitrag eines Jugendlichen. Kultur ist eher ein Thema, dem sich ein knapp 50-jähriger langhaariger Althippie gerne annimmt und damit in alten Erinnerungen und Lebenserfahrungen schwälgt. Dennoch, ich bezeichne mich selbst gerne als „Kulturjunkie“, die Erziehung hat wahrscheinlich dazu beigetragen und mich auch beeinflusst. Theater, Opern und Lesungen sind für mich keine Fremdwörter oder Begriffe, die ich eher mit den Wörtern: Langeweile, Unverständnis und Peinlichkeit verbinde, nein, es sind viel mehr wichtige Bestandteile meines Lebens, die ich auf jeden Fall auch in Zukunft noch pflegen werde.

Jürgen Rüttgers und Bernd Neumann (deutscher Kulturminister) haben erst vor kurzem eine Aktion gestartet, die es jedem Kind in NRW ermöglichen soll, für 25 Euro jährlich, sich ein Instrument auszuleihen und es auch beigebracht zu bekommen. Dies soll noch auf die gesamte Bundesrepublik ausgeweitet werden. In Bayern ist auch schon der erste Schritt in diese Richtung unternommen worden (Bläserklassen). Wird aber nicht die Kunst und die Kutur, wenn sie zu sehr vom Staat gefördert wird, nicht ein Mittel des Staates und verliert damit seine Rolle als Instrument der Kritik am Staat und der Politik (va sei hie Kabarett und Theater zu erwähnen)? Ich denke nicht. Wir leben in einem liberalen Staat, der auch von der Eigenkritik leben kann. Unsere Politik brauch also manchmal was auf den Deckel, um sich weiter zu entwickel und neue Wege einzuschlagen. Systeme und Staaten, die eine Zensur in dieser Richtung betreiben sind sowieso, historisch nachweisbar, immer gescheitert… und das war auch gut so (Beispiele: Nazi-Deutschland, DDR, Sowjetunion, übriger Ostblock). China ist gerade dabei diese kulturelle Zensur aufzuheben, um nicht dem gleichen Schicksal wie die anderne Diktaturen zu  erliegen.

Kultur und Kunst wurde schon immer als „Ventil“ genutzt und ist deshalb machmal ein bisschen sehr forsch und in Extremfällen geschmacklos. Hier sei ein Beispiel aus Regensburg zu nennen, als über einem Künstleratelier die Aufschrift thronte: „Kunst macht frei“. Mann kann darüber geteilter Ansicht sein, aber solche Sachen gehören zur Kunst und Kultur und dürfen nicht verboten werden, solange sie nicht irgendwelchen Gesetzten zuwider handeln. Wenn man nämlich einmal die künstlerische Freiheit einschränken, ist sie bald so bezemiert, dass sie keine Kunst mehr ist und dann ist wirklich alles vorbei….

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Ein Wintermärchen

J000000Sonntag07 16, 2006 · Kommentar schreiben

Deutschland steht im Finale! Nach einer 6-monatigen Zwangspause für unseren sportbezogenen Nationalstolz, gibt es nun wieder einen Grund zum Feiern, denn heute um 16.30 Uhr werden wir Polen locker besiegen und so können wir doch noch (zumindest indirekt) Rache an den Italienern nehmen. Die großen Fahnenmeere, die riesigen Menschenmassen auf den öffentlichen  Plätzen und große, ohrenbetäubende Hupkonzerte gibt es zwar nicht mehr ud wird es wahrscheinlich auch heute ABned nicht geben, aber ein großen Erfolg konnte die Handballnationalmannschaft bereits schon verbuchen, denn der Handballsport ist nun endlich aus der Halle direkt in Deutschland angekommen. Als ehemaliger Handballer (fast 7 Jahre aktiv gespielt) freu ich mich natürlich besonders über die große Aufgeschlossenheit, die nun dem Handballsport wieder entgegen gebracht wird, v.a. hier in Bayern, wo Handball eher ein Fremdwort ist und ihn eher so als typisch „preißischen“ Sport ansieht (Magdeburg, Lemgo usw.). Man braucht sich ja nur mal die deutsche Mannschaft anschauen, fast nur Nordlichter, es bibt genau 3 Spieler im engeren Kader, die aus dem Süden kommen. das sind Michael Haaß und Andrej Klimovits von Kronau (bei Mannheim) und Michael Kraus von Frisch auf! Göppingen (BW).

Vielleicht sind im Kader für die nächste WM etwas mehr Süddeutsche vertreten. Wäre schön, aber dazu muss erstmal wieder das Interesse richtig geweckt werden und Talente müssen besser gefördert werden.

Offtopic: Heute hat einer meinen Blog über den Begriff „für sie scheiße ich drillinge“ gefunden. WTF???? :D

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Ein schicksalsträchtiger Tag

J000000Samstag07 16, 2006 · 9 Kommentare

Es wird ja fast von mir erwartet zum heutigen Tag etwas zu schreiben. Aber was soll man schon groß zu sagen? Heute ist der Holocaust-Gedenktag und in fast ganz Europa wird den über 6 Millionenopfern gedacht. Ich habe heute ganz für mich allein gedacht. Zum Glück wurden weder mein Ur-Großvater, noch meine Ur-Großmuter, noch meine Oma von Nazis ermordet, aber Opfer waren sie doch alle.

Jetzt muss ich, glube ich, ein bisschen famliengeschichtlich werden: Also, … die  Mutter der Mutter der Mutter, meiner Mutter war Jüdin. Sie heiratete aber eine Katholiken und sie bekamen ua eine Tochter, meine Ur-Großmutter (sie wurde getauft und katholisch erzogen). Diese heiratete aber 1924 einen Juden und 1935 kam meine Großmutter zur Welt. Hier muss man das perveseste aller Gesetzte erwähnen, die „Nürnberge Rassengesetzte“. Demnach war mein Ur-Großvater „Volljude“, mein Ur-Großmutter hat es geschafft ihr Dokumente zu fälschen und war dann offiziell „Ariern“. 1940 wurde mein Ur-Großvater verhaftet und kam nach Dachau, später nach Theresienstadt, Flossenbürg und Auschwitz. Meine Ur-Großmutter lebte mit meiner Oma weiterhin in Bamberg. Meiner Oma wurde erzählt ihr „Papa“ sei wie jeder andere Vater an der Front, sie glaubte es natürlich bis 1945.

Das war mal ein kleiner familiengeschichtlicher Exkurs, der aber in meiner Familie tot geschwiegen wird.  In meiner Familie ist nur bekannt, dass mein Ur-Großvater Pius im KZ war, deshalb musste ich auch nicht zum Bund. Das mit meiner Ur-Großmutter habe ich nur rein zufällig in alten Dokumenten gefunden. Als ich meine Oma danach fragte, sagte sie nur, dass das nicht so wichtig sei. Najam vielleicht will sie es nicht war haben. Wenn man es nämlich genau nimmt, ist meine Oma mütterlicherseits auch Jüdin, un das würde sie als srenge Katholikin und regelmäßige Kirchgänger nicht so gerne hören. Also, das wäre nach jüdischen Gesetz der Fall, denn danach ist man dann Jude, wenn man eine jüdische Mutter hat, egal ob sie getauft oder nicht.

P.S: Mätti hat ja heute auch Geburtstag, darf man ja auch nicht vergessen ;)

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Es ist vollbracht

J000000Freitag07 16, 2006 · Kommentar schreiben

Die Facharbeit habe ich zwar schon am lezten Montag abgegeben, aber heute war die offizielle Facharbeitsabgabe. Und wie es sich gehört, hat mein Jahrgang auch das ein wenig zelebriert. Unter dem Motto 101 Dalmatiner sind wir in Hundekostümen (Maleranzüge mit Flecken, die eher an Kühe als an Dalmatiner erinnerten) 3mal um den Schulteich herum gelaufen unhaben danach im Ausweichklassenzimmer die Facharbietsabgabe noch mit einem Buffett gefeiert. Dort wurden dann auch noch die Ergebnisse der Mr./Ms. Wahlen bekannt gegeben. So viel zu den langweiligen Fakten…

Für uns alle war das ein großer Schritt in Richtung Abitur, obwohl der Weg dorthin noch weit und anstrengend sein wir, und das wird insbesondere für mich eine blöde Zeit werden, denn ich ken mich zu genau. Ich werde erst kurz vorm Abi zu lernen beginnen und in der Prüfung gerade mal durchschnitt schaffen. Das macht mir jetztzwar nich allzuviel aus, denn ich habe noch nie so viel auf Noten gegeben und besonders karrieregeil bin ich auch nicht. Was ich werden will weiß ich schon und dazu brauche ich sicher nicht ein 2,1 oder 1,2er Abi. Sehn wir mal wie es sich alles entwickel und wie wir in 10 Jahren darauf zurück blicken werden.

Nichtsdestotrotz wird heute große PARTY gemacht. Der Mensch muss feiern, auch wenn keinen wirklichen Grund dafür hat.

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